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Die Hanse
Eines der bemerkenswertesten Phänomene des europäischen
Mittelalters erwächst aus verschiedenen Wurzeln. Hansen sind lokale,
zumal niederländisch-niederrheinische Kaufmannsgruppen des 12., z.T.
schon der 11. Jh.. Die Hanse im späteren Sinn hat dann einen größeren
Rahmen um diese Hansen gezogen. Einen anderen Anfang bildet die
Genossenschaft der Kaufleute des Reiches auf der Ostseeinsel Gotland,
die seit der 2. Hälfte des 12. Jh. rechtsfähig ist. Eine dritte Wurzel
stellt Lübeck dar, das künftige Haupt der Hanse, mit dessen
Gründung (endgültig 1158/59 durch Herzog Heinrich den Löwen) die
erste vollausgebildete und moderne Großstadt und zugleich größte Stadt
des mittelalterlichen Nordviertels Europas Zentrum und Modell für
zahlreiche weitere Städte wird. Von Lübeck aus erschließt die
Nordseekogge, eine lange Zeit überlegenes Fahrzeug, auch die Ostsee.
Die Geschichte der Hanse läuft ab zwischen der Mitte des 12. und der
Mitte des 17. Jh. Um 1290/1300 löst Lübeck die Vorherrschaft Gotlands
ab. Bis 1270/1280 ist das hansische Städtesystem um die Ostsee
vollendet, das die Ausfuhrgüter des flachen Landes erschließt
(Getreide, Holz, Erze).
Im 16. Jh. schwinden allmählich die Voraussetzungen des hansischen
Systems älteren Stils, Erfolge und Misserfolge halten sich die Waage.
Von nu an geht es immer mehr um den Vorteil von Einzelstädten als um
das Schicksal der ganzen Hanse. Der Dreißigjährige Krieg führt den
Untergang des Städtebundes herbei. 1669 findet der letzte Hansetag
statt.
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